Danke für eure Inputs zu meinem Aufruf auf LinkedIn, ob ich mein Content Marketing Weekly Update neu in Blog-Form anstelle eines reinen Newsletters umsetzen soll. Mit dem Rückblick zur KW 20 setze ich die Idee hiermit gleich um.

Was ist neu im Weekly Content Marketing Update?

Ihr habt euch mehr Kontext, Meinungen, Insights, Tipps & Tricks von mir gewünscht und seid der Meinung, dass weniger Artikel mit mehr «Fleisch am Knochen» eher euren Wünschen entspricht. Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Neu werde ich einen bis maximal drei Artikel kuratieren. Auch werde ich tendenziell eher ein bis zwei Themen behandeln – immer abhängig davon, welche Themen in der jeweiligen Woche gerade aktuell sind.

Heute geht es um «Content Kuratieren». Könnte passender ja nicht sein.

Content Curation: Teilst du noch oder kuratierst du schon?

Der untenstehende Artikel👇🏻«Content Curation Inspiration: Types, Examples, & Use Cases for B2B Marketers» hat mich inspiriert etwas zum Thema Content-Kuration zu schreiben.

Vom Blogger zum Content Kurator und kuriert zurück zum Blogger

Wer mich schon seit mehr als 10 Jahren kennt, weiss, dass ich in meiner Vergangenheit sehr oft gebloggt habe. Unter anderem ziemlich regelmässig während der Zeit bei Thomas Hutter (war damals nebst Florian Muff sein zweiter Mitarbeiter), dem Facebook Spezialisten im DACH-Raum , angestellt war. Damals schrieb ich mindestens einmal pro Woche einen Artikel in seinem Blog. In der Kurzen Zeit, die ich bei Thomas verbracht habe, kam ich auf 66 Artikel.

Als ich zu Goldbach Interactive (heute DreiFive) wechselte, wurde das Bloggen plötzlich zur Pflicht und ich hatte keinen Bock mehr darauf. Ich lasse mich als Freigeist doch zu nichts zwingen 😇 Es war also keine internistische Motivation mehr fürs Bloggen vorhanden – ausgebloggt!

Vor 5 Jahren gründete ich die Gnocchi GmbH / Digital Marketing und hatte plötzlich wieder Lust aufs Schreiben. Das machte ich zu Beginn auch eine Zeit lang sehr regelmässig. Die Artikel kamen auch sehr gut an und motivierten mich zum Weiterschreiben. Doch mit der Geburt meiner Tochter Nia und auch immer mehr Verpflichtungen (Dozieren an unterschiedlichen Hochschulen, eigener Content Marketing Lehrgang, anspruchsvolle und intensive Kundenprojekte, etc.) fehlte mir plötzlich «gefühlt» die Zeit fürs Schreiben. Ab und zu publizierte ich mal wieder was als Gastautor. Aber es war nicht mehr wie früher. Dabei hatte ich immer mehr zu berichten. Nur kam ich aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen nicht mehr dazu. Mein Blogger-Mindset war weg! Unter Bloggern würde man sagen «ich wurde krank». 🤓

Plötzlich waren es dann meine Trainees, die zum einen das Handwerk des «Bloggens» erlernen mussten und zum anderen für mich sicherstellen mussten, dass wir wieder etwas frischen Content auf unserer Website hatten. Danke an dieser Stelle an meine Ex-Trainees Tobias und Tim! Danke auch an Lucy, die richtig Freude am Bloggen gefunden hat und bald mehr publiziert als ich 😳

Was ich trotz dem fehlenden Publizieren immer machte war das Kuratieren. Mit dem Teilen spannender Inhalte finge es bei mir ja vor ca. 15 Jahren an. Das war die erste Stufe meiner Publikationserfahrung. Die einen oder anderen wissen vielleicht, dass ich einige Jahre lang die Scope Box «Content Marketing» bewirtschaftete.

Als Peter Hogenkamp bekannt gab, dass das Consumer Product von Scope (Kuratierte News) nicht mehr länger weitergeführt wird, habe ich mich dazu entschlossen einen Newsletter zu machen und einmal pro Woche – jeden Sonntag wie du bestimmt weisst – die wichtigsten Artikel zum Thema Content Marketing weiter zu kuratieren.

Bloggen ist zu aufwändig, dafür habe ich einfach keine Zeit mehr! Für die Content Kuration kann ich mir die Zeit nehmen – das liegt drin. Das war meine damalige Denkweise.

Aldo Gnocchi, 2019

Je nach Ansatz, und da gibt es unterschiedliche, wie ihr im obigen Artikel nachlesen könnt, ist Kuration mit deutlich weniger Aufwand verbunden als das Bloggen. Zugegeben, diese Art von Kuration hier (Blogartikel und Artikelempfehlung) ist nicht gerade mit wenig Aufwand verbunden, aber macht definitiv mehr Spass. Doch und jetzt kommt das spannende:

Das einfache Kuratieren hat mich im wahrsten Sinne «kuriert».
Da ich mich eisern darangehalten habe, jeden Sonntag zu kuratieren, habe ich die Freunde an der regelmässigen Publikation wieder zurück gewonnen. Jetzt nehme ich mir vor wieder zu bloggen. Und wenn die Zeit dafür nicht ausreicht kuratiere ich ein paar interessante Artikel.

Aldo Gnocchi, 2019

Wenn du dich jetzt fragst, «WTF! Was ist Kuration überhaupt?», hier ein Auszug aus dem empfohlenen Artikel von Top Rank:

«You’re gathering interesting tidbits from multiple sources on a specific topic and placing them in one central location.»

Caitlin Burgess, TopRank; http://bit.ly/2JMPhaN

Wikipedia liefert uns zu «Content Curation» folgende Definition:

Content curation is the process of gathering information relevant to a particular topic or area of interest. Services or people that implement content curation are called curators

Curation services can be used by businesses as well as end users.

Wikipedia, 2019, https://en.wikipedia.org/wiki/Content_curation

Einfach ausgedrückt geht es darum zu einem Thema Drittcontent zu sammeln und ausgewählt (Empfehlungsfunktion) zu publizieren. Der Mehrwert liegt dabei vor allem im Schaffen von Orientierung – was ja heute in Zeiten des «Content Shocks» und «Fake News» gar nicht mehr so einfach ist.

Wichtig ist beim Kuratieren, dass man den Leserinnen und Lesern keine Inhalte empfiehlt, die sie bereits gelesen haben. Inhalte, die bereits gesehen wurden, nerven! Das zeigt der «2019 Adobe Brand Content Survey»

2019 Adobe Brand Content Survey
2019 Adobe Brand Content Survey – Content muss Neuartig sein!

Den 2019 Adobe Brand Content Survey findest du hier

So sieht mein Kurationsprozess in groben Zügen aus

Wichtig ist, dass du viele, sehr sehr viele Artikel, Studien, Whitepaper, Blogs, YouTube Videos, Podcasts und alles was man heute sonst noch studieren muss um up-to-date zu sein, liest, anschaust und anhörst. Das mal zur Grundlegenden Voraussetzung fürs Kuratieren.

Um möglichst alles für mich Wichtige (thematisch) auf dem Radar zu haben, nutze ich folgende Tools und Quellen.

Feedly
Damit abonniere ich interessante Blogs (RSS), die ich nicht verpassen will. So kann ich mir schnell einen Überblick über das Neueste verschaffen.

Refind
Damit «bookmarke» ich alle Artikel thematisch und lege jede Woche eine «Collection» für die Kuration an.
Spannend: Ich kann meinen Peers (Arbeitskollegen, Freunden, anderen Experten, etc.) Zugang zu meiner Collection geben. So können sie ebenfalls Content-Empfehlungen abgeben.

Twitter
Hier habe ich zum einen «Lists», also Listen von Menschen, die im Bereich Content Marketing spannende Inhalte teilen und zum anderen suche ich nach #Hashtags wie z.B. #Content #ContentMarketing, etc. um neuen und spannende Inhalte zum Thema Content Marketing zu finden. Die Artikel bookmarke ich dann mit Refind.

Spotify
Auf Spotify abonnieren ich interessante Podcasts, wie z.B. t3n oder eMarketer. In diesen und anderen Podcasts werden oft spannende Studien, Erkenntnisse, etc. geteilt, denen ich anschliessend nachgehe und detailliert analysiere.

Hier die empfohlenen Podcasts auf Spotify

Nach dem ich spannende Quellen entdeckt habe, geht es ans Eingemachte: Lesen, hören, sehen und vor allem ausselektionieren ist als nächstes angesagt.

Was ist relevant, was nicht? Was empfehle ich meinen Leserinnen und Lesern weiter, was ist für den Müll? Gut verpackte Inhalte ohne Substanz gibt es sehr viel. Du kennst das bestimmt auch. Da liest du etwas vermeintlich Spannendes und dann ist es inhaltlich nicht als warme Luft. Das kommt sehr oft vor.

Der Prozess des «Sichtens» nimmt einige Zeit in Anspruch, bringt mich aber fachlich und thematisch weiter. Content Marketing, Digital Marketing, Inbound Marketing und Marketing Automation sind mehr als nur wichtige berufliche Themen. Es sind Leidenschaftsthemen für mich. Das macht die Arbeit für mich zum Hobby. Sonst wäre der Aufwand kaum legitimierbar.

Als Content Marketing Strategie Berater ist es für mich essenziell immer auf dem neuesten Stand zu sein. Nur so kann ich meine Kunden kompetent und zeitgemäss beraten.

Aldo Gnocchi, 2019

Nach dem ich die Inhalte gelesen habe, müssen sie noch in eine passende Form gebracht werden. Zum Beispiel als Newsletter oder Blogartikel. Auch das braucht Zeit. Mit etwas Übung wird man jedoch immer schneller. Zuletzt musst du den Content selbstverständlich noch intelligent distribuieren. Darüber hast du ja vor zwei Wochen etwas in meinem Content Marketing Weekly Update – KW 18 gelesen.

Content Curation Modell

Mirko Lange hat mal ein übersichtliches Modell zur Content Creation und Content Curation erstellt, dass ich dir nicht vorenthalten will.
Es fasst den vor mir erklärten Prozess der Content Kuration noch einmal visuell und verständlich zusammen.

Content Creation und Content Curation Prozess, Mirko Lange, talkabout

Mit dem B2B-Tool von Scope kriegt ihr den Newsletter (z.B. mit Mailchimp) relativ zügig hin. Vorausgesetzt ihr habt den Inhalt gelesen und könnt einen schlauen Kurationskommentar dazu verfassen.

Für mich war die Newsletter-Kuration eine Art Kur, um wieder mehr Freude am Bloggen zu gewinnen. Das Tool von Scope werde ich zwar weiterhin für die Content Discovery nutzen, doch kuratiere ich nun via Blog und sende euch meinen wöchentlichen Newsletter dazu raus. Spannend wird es (voraussichtlich 2020), wenn ich aus Scope heraus dann einen Artikel in WordPress generieren kann. Darauf warte ich Peter Hogenkamp!

Hier kannst du dich für den Newsletter anmelden, falls du das noch nicht gemacht hast.
Jetzt abonnieren! 👇🏻

Jetzt wisst ihr Bescheid, wie das mit dem Kuratieren läuft – eine Menge Arbeit, die man so nicht erwarten würde.
Doch für den Kurator selbst die beste Weiterbildung! Wenn du heute noch nicht kuratierst, beginne damit und ziehe es durch!

Falls du vor hast regelmässig für dein Unternehmen zu kuratieren, dann melde dich bei mir. Ich kann dir zeigen, wie du das mit bescheidenem Aufwand zum Fliegen bringst.

Unternehmen, die über wenig Ressourcen (Geld und Mitarbeitende) verfügen, können ihren Zielgruppen mit der Kuration von Drittinhalten einen enormen Mehrwert (Relevanz) anbieten. Und wer weiss, vielleicht motiviert das dann auch für eine regelmässige Publikation von tiefgründigeren Artikeln. Auf jeden Fall ein guter Start.

Aldo Gnocchi, 2019

tl;dr

1. Content Kuration = Selektives und für Zielgruppen-relevantes Sammeln und Teilen von Drittinhalten rund um ein bestimmtes Thema.
2. Content Kuration ist zeitsparender als Content Kreation.
3. Dank Content Kuration habe ich die Freude am Bloggen wieder gefunden.
4. Melde dich bei mir wenn du professionelle Unterstützung beim Content Kuratieren für dein Unternehmen benötigst.

Aldo Gnocchi
Schweizer Content Marketing und Social Media Experte. Spezialisiert auf Strategie, Konzeption und Change Management (digitale Transformation). Early Adopter. Integrativ denkender Betriebswirtschafter (M.A. HSG) mit Agentur-Background.

Dozent für Digital Marketing an unterschiedlichen Schweizer Bildungsinstitutionen, wie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Berner Fachhochschule (BFH), SAWI, Swiss Marketing Institute (SMI), SOMEXCLOUD und Klubschule Migros (Content Marketing Lehrgang).
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