Schweizer Manager schnuppern digitale Transformation

Am 16. und 17. März 2016 fanden die X.Days 2016 im Hotel Vicotria Jungfrau in Interlaken statt. Manger von Schweizer Unternehmen, erhielten die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Thema digitale Transformation zu beschäftigen und von top Referenten zu lernen, welche Konsequenzen die zunehmende Digitalisierung für ihre Geschäftsmodelle haben könnte. Der Anlass bot eine gute Gelegenheit, um sich mit anderen Manager und Unternehmer auszutauschen und sich Gedanken zu ihren Challenges zu machen, welche die digitale Transformation mit sich bringt.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die NZZ für die freundliche Einladung zu diesem gelungenen Event.

Obwohl ich mich intensiv mit digitalen Themen, wie neuen Business Modellen, digitaler Kommunikation, digitalem Marketing sowie den Konsequenzen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und Wirtschaft befasse, kam ich an den X.Days 2016 nicht zu kurz.

Insbesondere haben mich die Referate von Phil Libin und Ben Hammersley inspiriert.

Phil Libin der Digital Entrepreneur

Phil Libin war Mitgründer von Evernote und ist nun als Investor und Speaker aktiv. Bei seinem 45-minütigen Referat, welches er zu meinem Beeindrucken ohne jegliche Unterlagen – keine Slides – abgehalten hat, zeigte er einige sehr interessante Aspekte auf, die sich im digitalen Bereich abzeichnen.

Experience, Ownership und Snackification

Als Investor achtet Phil Libin bei Startups insbesondere aus drei Aspekte: Experience, Ownership und Snackification.

 

Die User Experience muss bei allen neuen Services und Produkten berücksichtigt werden. Menschen müssen sich mit der Technologie wohl fühlen und verstehen, was zu tun ist.

Ebenfalls relevant ist die Ownership. Menschen sollen selbständig Aufgaben lösen können – es geht darum, dass sie befähigt werden.

Bei der Snackification geht es darum, dass schnell, kurz und wiederholt zu kommunizieren. Ein Trend, der sich überall durchsetzt. Aufgrund der immer kürzer werdenden Auf­merk­sam­keits­span­ne und der zunehmenden Flut von Informationen wird die Snackification immer relevanter. Alles wird kürzer, jedoch stärker frequentiert. 

„A lot of things in life are getting shorter and more frequent. Everything from work to communication, to entertainment. Things that you were used to do once in a while for a few hours in a time you do now a few seconds in a time, but much more frequently.“

Bots machen Apps überflüssig

Bots werden die meisten Apps überflüssig machen. Diese werden immer intelligenter und können beispielsweise während einer Konversation Vorschläge unterbreiten und so unser Leben vereinfachen, wie Phil Libin aufzeigt. 

„Apps are getting more conversational.“

Bots = Funktionalitäten, welche in Kommunikationskanälen integriert werden.

Informationen aus Konversationen werden erkannt und entsprechende Vorschläge unterbreitet. So werden beispielsweise Formulare in den nächsten 5 Jahren überflüssig werden, da diese Art von Informationen oftmals bereits vorliegen und nicht noch einmal durch Menschen erfasst werden müssen.

Libin spricht in diesem Zusammenhang auch von kognitiver Ergonomie:

„[…] all this makes experiences much more natural or cognitive ergonomical.

It will fit in the way your brains wants to work, not the way the app designer wants your brain to think.“

Interview mit Phil Libin

Das Interview mit Phil Libin fasst die Kernaussagen aus seinem Referat zusammen. 

Ben Hammersley’s der Storyteller

Mit Ben Hammersley kam frischer Wind auf die Bühne. Gekonnt hat er die anwesenden Manager so richtig durch- und wachgerüttelt. Einige seiner im Referat gezeigten Beispiele waren sehr eindrucksvoll.

Doch am besten gefiel mir der Begriff „Meat Puppets„:

„Zwei Drittel der heutigen Arbeitnehmer sind Meat Puppets. Diese Leute halten den Platz warm für Maschinen, die ihren Job dank der rasanten Entwicklung der Artificial Intelligence bereits in wenigen Jahren übernehmen werden. Jede durchschnittliche Fachkraft wird überflüssig werden. Wir müssen uns daher wieder vermehrt auf unsere wirklich menschlichen Fähigkeiten konzentrieren.“
(Quelle: X.Days 2016)

Anhand folgender Daumenregel können Manager herausfinden, ob Sie auch ein Meat Puppets sind, welche durch Bots ersetzt werden können.

 

Hammersley zeigte anhand verschiedener Beispiele auf, wie die Business-Logik durch Technologie und Innovation radikal verändert wurde.

Welches die Treiber der „Constant Reinvention“ sind, fasst Hammersley in seinem Slide zusammen. 

 

Ben Hammersley: Constant Reinvention | Konstante Wiedererfingung | Prinzipien

 

„The Kodak Problem“ und Moore’s Law

Anhand des so genannten „Kodak Problems“ zeigte Hammersley auf, wie wichtig es ist, Innovationen voranzutreiben, wenn man solche schafft. Ironischerweise entwickelte Kodak die erste Digitalkamera und ihr Management meinte, dass sie das nicht nötig haben, und die Kamera nicht gut genug für sie sei. Anstatt die diese innovative Erfindung  voran zu treiben, ruhte man sich auf seinen Erfolgen aus und plötzlich wurde Kodak von der Konkurrenz mit Digitalkameras überholt. Als Instagram auf den Markt kam, ging Kodak Konkurs. Ironischerweise hatte Instagram enormen Erfolg mit Fotofilter, welche die typischen Kodakbilder nachahmten.

 

Die erste Digitalkamera von Kodak

 

Hammersley bringt das Kodak Problem gut auf den Punkt:

„When the R&D department of Kodak went to the Kodak board and said, „we’ve invented the digital camera“, the Kodak board found; „Yes, but it’s shit!“.

And that was their mistake: They did not understand Moore’s law. The did not understand, that if you have something that is digital today that is not very good, in a few years time, it will kill you.“

Moore’s law is the observation that the number of transistors in a dense integrated circuit doubles approximately every two years. Moore’s law describes a driving force of technological and social change, productivity, and economic growth. The period is often quoted as 18 months because of Intel executive David House, who predicted that chip performance would double every 18 months.

Quelle: Wikipedia (Moore’s Law)

Interview mit Ben Hammersley

Das nachfolgende Interview mit Ben Hammersley ist sehr empfehlenswert und fasst die wichtigsten Aussagen seines Referats zusammen.

 

Weitere Eindrücke von den X.Days 2016

Alle Referate sowie weitere Impressionen zu den X.Days 2016 findet ihr hier

 


 

Während den X.Days 2016 wurden die besten Tweets ganz im Sinne der Snackability zu einer Storify Story kuratiert.

Aldo Gnocchi
Schweizer Content Marketing und Social Media Experte. Spezialisiert auf Strategie, Konzeption und Change Management (digitale Transformation). Early Adopter. Integrativ denkender Betriebswirtschafter (M.A. HSG) mit Agentur Background.

Dozent für Digital Marketing an unterschiedlichen Schweizer Bildungsinstitutionen, wie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Berner Fachhochschule (BFH), SAWI, Swiss Marketing Institute (SMI), SOMEXCLOUD und Klubschule Migros (Content Marketing Lehrgang).
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