Es braucht mehr als nur gute Inhalte

Am 6. September 2016 fand die Content Konferenz 2016 im Hotel Crowne Plaza in Zürich statt. Dabei trafen sich Profis aus allen Bereichen des Content Marketings und unterhielten sich über aktuelle Herausforderungen, zeigten Erfolgsstorys auf und prognostizierten neue Trends. 11 Experten teilten ihr Wissen mit dem Publikum und beantworten Fragen aus ihren Spezialgebieten. Die Konferenz wurde von der Expertengruppe «Internet Briefing» unter der Regie von Reto Hartinger organisiert.

Durch das breite Spektrum an Beiträgen kamen die Teilnehmer voll auf ihre Kosten. Von der Informationsbeschaffung über die Content-Veröffentlichung bis hin zur gezielten Content-Distribution konnten die Anwesenden wichtige Einblicke in die Thematik und das Daily Business der Referenten gewinnen.

Was ich persönlich aus der Content Konferenz mitnahm, stelle ich euch als prägnante Zusammenfassung gerne zur Verfügung.

User Experience als Erfolgsgarant

Sibylle Peuker ist User Experience Architektin bei der Zeix AG. Sie setzt sich leidenschaftlich für Innovationen ein und stellt bei der Ideen-Entwicklung immer den User in den Mittelpunkt. In ihrem Referat brachte sie uns das Thema «Conversational Content» näher und zeigte uns den Stellenwert der Mensch-Maschine-Interaktion auf.

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Präsentation hier herunterladen 

Eine sich im Aufwind befindende Form des Conversational Contents ist die Sprachsteuerung. Seit der Einführung von Siri, Cortana und Co. ist das Angebot in diesem Bereich enorm gestiegen. Dabei gilt es einige Anforderungen an den Sprachbot zu berücksichtigen:

  • Es braucht eine Persönlichkeit.
  • Der Kontext muss stimmen.
  • Ein Dialog ist kein fixer Ablauf, sondern soll sich auch verändern (können).

Die Daten müssen so aufbereitet werden, dass aus ihnen Informationen werden, die auf den User zugeschnitten sind und die er auch versteht. (Sibylle Peuker)

Was guten Content ausmacht und wie man ihn effektiv verbreitet

Aufgrund technischer Probleme des Vorredners entschloss sich Aldo Gnocchi spontan sein Referat früher durchzuführen. Seit 2008 widmet er sich aktiv seinem Spezialgebiet Social Media und Content Marketing. In seiner Präsentation ging er auf die Kreation und die Verbreitung von Content ein.

Good Content without distribution is… Good Content that is wasted. (Dr. Susanne Gebauer)

Guter Content definiert sich durch sechs Punkte:

  1. Originelle / Orginäre Inhalte
  2. Starke Headlines
  3. Usernutzen / Mehrwert
  4. Emotionale Inhalte
  5. Multimediale Inhalte
  6. Formatierung

Wie man guten Content sinnvoll distribuiert, kann man in Aldos Blogartikel oder in der nachfolgenden Slideshare-Präsentation erfahren.

Absatzsteigerung durch user-generated Content

Remy Fabrikant ist seit rund 12 Jahren CEO bei der  JWT/Fabrikant und ein ausgezeichneter Werber. Mit seinem Referat erläuterte er uns die Vorgehensweise beim Best Practise Beispiel «Mazda – Voilà ma Suisse».

Der Erfolg der Kampagne kann auf den benutzergenerierten Content Ansatz zurückgeführt werden – anstatt einer Werbekampagne wurde der selbsterstellte Content vieler Einzelner verwendet. Durch die emotionale Verbindung zur Marke und dem authentischen Inhalt der User konnten die Views, Testfahrten und Absätze massiv gesteigert werden.

Die volle Präsentation kann hier abgerufen werden:

Social Media als Wahlkampfsieger

Nach einer kurzen Pause und durch Kaffee gestärkt betrat Leo Keller die Bühne. Er ist seit 7 Jahren CEO bei der BlueOcean Semantic Web GmbH. Mit 35 Jahren Erfahrung in den Bereich Unternehmensstrategie und Change Management weiss er, auf was es bei einer erfolgreichen Kampagne ankommt. In seinem heutigen Referat erklärte er den Wahlerfolg der SVP in den Nationalratswahlen 2015.

Aus einer ausführlichen Analyse aller Schweizer Onlinemedien vor und während des Wahlkampfes ergab sich ein klares Bild: Das Internet diskutierte vorwiegend die Themen «Migration, Europa und Familie» und die Posts der SVP zu diesen Themen wurden mit Abstand am meisten beachtet. Insgesamt war die SVP die einzige Partei, welche eine erfolgreiche, politische Kampagne im Internet geführt hat.

Leo Keller

Copyleft ist das neue Copyright

Er hat den Traum jedes Studenten und jeder Studentin in die Praxis umgesetzt – wikipedia in Buchformat. Jörg Eugster ist seit 18 Jahren selbstständiger Unternehmensberater im Bereich der Internet-Strategie. Neben dieser Tätigkeit hat er die Plattform wifimaku.com gegründet und stellt sein Wissen gratis zur Verfügung. Wieso sich das lohnt, erklärte er uns in seinem Beitrag.

Die Autoren der Artikel arbeiten alle ohne Entlöhnung und das Marketing-Wiki wird laufend aktualisiert. Einziger „Lohn“ ist die Anerkennung und Reichweite des Netzwerkes. Damit verbunden positionieren sich die Autoren als Experten.

Das iPhone als vielfältiges Instrument für die Content Produktion

Für die meisten Leser gehören visuell aufgearbeitete Inhalte bereits zum Standard. Markus Gabriel, seit 18 Jahren Geschäftsinhaber der Angelink AG, ist sich dessen bewusst und widmete seinen Beitrag diesem Thema. Er zeigte uns, wie mit einfachen Tricks mit dem iPhone guter Content in Eigenregie hergestellt werden kann.

Mit Hilfe von Apps wie Prisma, Quik oder Spark gelingt die Inhaltsproduktion auch Laien. Dabei bleibt die Spontanität der Aufnahmen das oberste Gebot, um die Authentizität zu gewährleisten.

 Der Heldenepos des Storytellings

Viele erzählen, aber keiner hört zu.

So beschreibt Harald Taglinger die sozialen Medien im Jahr 2016. Mit 30 Jahren Erfahrung in der Medienwelt und der Kommunikationsbranche, 20 Jahre davon auch im Online-Bereich, zählt er zu den führenden Gesichtern der Branche. Harald ist überzeugt, dass jeder User seine eigene kleine Helden-Story erzählen will. Nur wenn ein Unternehmen die firmeneigene Story versteht und sich hineinlebt, erreicht diese den Endnutzer (den Abenteurer).

The Hero's Journey Chart

Die Regie macht’s aus

Tom Wiederkehr  ist seit 11 Jahren bei der WOMM Werbeagentur AG tätig und hat fast 20 Jahre Erfahrung im klassischen Marketing. Für den Verein Hochstamm durfte er den Dreh einer Informations- und Kochsendung planen und durchführen. In seinem Vortrag sprach er über die gesammelten Erfahrungen und die Problematik der Distribution.

Die Informationsflut bewältigen

Renato Mitra ist nicht nur für seinen Blog bekannt, sondern ist auch Leiter Marketing bei der Zühlke Group. Mit seinem Beitrag gab er uns Tipps, wie man sich in den grossen Weiten des Internets den richtigen und qualitativ hochwertigen Content herausfiltern kann.

Renato erklärte Qualitätsmerkmale und die richtige Vorgehensweise zur Verarbeitung des Contents. Insbesondere verwies er auf die Apps feedly, buffer und smarp und empfahl für eine professionelle Anwendung die App curata.

Mit Humor zum Erfolg

Remy Blaettler ist bekannt für seinen Wortwitz und die provokanten Werbekampagnen der Supertext AG. Sein Thema «emotionale Kommunikation» war ebenso unterhaltsam wie auch lehrreich. Aber nicht nur sein Humor, sondern auch der Pragmatismus seiner Checkliste für die Texterstellung überzeugte das Publikum:

  • Keine Floskeln
  • Keine Modalverben
  • Keine Blähwörter (eigentlich, auch, also)
  • Aktiv-Form
  • Werben mit Verben (es existieren weitaus mehr Verben als nur haben und sein)

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Vollzeitblogger als Beruf

Blogger lassen sich nicht kaufen, aber für ihre Zeit und ihre Reichweite entschädigen.

Der Abschluss der Konferenz stand den Profi-Bloggern Valeria und Adi von Littlecity zur Verfügung. Sie berichten seit 2012 über die Themen Essen, Reisen und LifeStyle und finden grossen Anklang in der Schweizer Blogger Szene. Aufgrund ihrer Persönlichkeit, Unabhängigkeit und Authentizität lesen rund 40’000 Follower und etwa 12’000 Blogbesucher ihre Posts.

Für die Zusammenarbeit mit Bloggern gibt Valeria eine Reihe von Tipps:

  • Persönliches Anschreiben – kein Standardmail
  • Den Bloggern auf Augenhöhe begegnen
  • Klare Ziele und Rahmenbedingungen nennen
  • Kreative Freiräume lassen
  • Blogger bereits in der Konzeptphase miteinbeziehen
  • Faire Vergütung

Aldo Gnocchi
Schweizer Content Marketing und Social Media Experte. Spezialisiert auf Strategie, Konzeption und Change Management (digitale Transformation). Early Adopter. Integrativ denkender Betriebswirtschafter (M.A. HSG) mit Agentur Background.

Dozent für Digital Marketing an unterschiedlichen Schweizer Bildungsinstitutionen, wie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Berner Fachhochschule (BFH), SAWI, Swiss Marketing Institute (SMI), SOMEXCLOUD und Klubschule Migros (Content Marketing Lehrgang).
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